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Jan Jelinek präsentiert Zwischen

 

 

Faitiche ist hocherfreut, eine Kurzfassung des Radiohörstücks Zwischen veröffentlichen zu dürfen. Von Jan Jelinek für den SWR2 konzipiert und produziert, versammelt Zwischen zwölf lautpoetische Collagen, die sich aus den Interviewantworten von Personen aus dem öffentlichen Lebens zusammensetzen. Jede Collage versammelt die kurzen Momente zwischen dem gesprochenen Wort: Schweigen, Atmung und Verzögerungen, in denen die Befragten sinnfreie Lautpartikel von sich geben. Zugleich steuern die Stimmcollagen einen Synthesizer. Die so erzeugten elektronischen Klänge überlagern und verbinden sich mit der Stimme zu zwölf Laut- und Klanggebilden.

 

 

Format: 12" Vinyl LP/DL

Label#: faitiche17 

Release date: May 4th 2018

 

 

Wir alle kennen das Verhängnis des Sprechens: Der Redner stockt, dehnt Laute, pausiert, schweigt, setzt mehrfach an. Es entsteht eine Verzögerung, viel mehr ein Sprachgeräusch, das Roland Barthes mit dem Klopfen eines Motors vergleicht, der nicht mehr rund läuft. Solche Leerstellen führen zu Irritationen, stehen sie doch für das Scheitern rednerischen Geschicks. Was aber, wenn sie zum konstitutiven, poetischen Moment werden?

 

Die lautpoetische Collage versammelt zwölf Antworten auf zwölf Fragen. Allen Antworten ist gemeinsam, dass sie in öffentlichen Interviewsituationen aufgezeichnet worden sind. Aus der Artikulation der Befragten - allesamt eloquente, in der Öffentlichkeit stehende Persönlichkeiten - werden ihre Verzögerungen extrahiert und aneinander montiert. Es entstehen Klangcollagen der Stille. Doch ist diese Stille trügerisch, denn in ihr schweigt lediglich Bedeutung. Hörbar bleibt eine archaische Körpersprache: Modi des Atmens, Planungsphasen, gärende, nach Sinn ringende Wortpartikel, die sowohl in lautmalerischen Tumult ausbrechen, als auch in sonores Rauschen abdriften können.

 

In einem weiteren Schritt steuert jede der zwölf Collagen über deren Amplitude und Frequenz einen modularen Synthesizer an. Der eben noch defekte Sprechakt dirigiert synthetische Klänge und der Redner findet zurück  zu einer Souveränität – diesmal nicht über das gesprochene Wort, sondern über Klang.

 


Auf die jeweilige Eröffnungsfrage der zwölf Interviews antworten: Alice Schwarzer, John Cage, Hubert Fichte, Slavoj Zizek, Joseph Beuys, Lady Gaga, Ernst Jandl, Karlheinz Stockhausen, Marcel Duchamp, Friedericke Mayröcker, Yoko Ono und Max Ernst.

 

Mastering by Rashad Becker, graphic design by Tim Tetzner, special thanks to Frank Halbig.

 


Tracklisting:

 


A1: Alice Schwarzer, is it true that you’re a person of great tenacity? (2:09)


A2: John Cage, I’ve been told to ask you the following question: Where are you going? (2:58)


A3: Hubert Fichte, your journey through life has been full of twists and turns. Please tel us when and where this journey began! (2:22)


A4: Slavoj Zizek, what signs were there of the imminent dissolution of Yugoslavia? (1:51)


A5: Joseph Beuys, it was you who said: Democracy is so big one can only sing about it. You recently made your debut as a singer. Which democracy are you singing about? (3:04)  


A6: Lady Gaga, you once said in an interview that you write music for the fashion industry. Is fashion as important to you as music? (2:18)


B1Ernst Jandl, what are your plans for language: revolution, reform, revolt? (2:05)


B2Karlheinz Stockhausen, which difficulties are involved in conserving electronic music on magnetic tape? (2:17)


B3Marcel Duchamp, would you like or expect people to spin the wheel on your kinetic object Roue de Bicyclette? (2:21)


B4: Friedericke Mayröcker, when you write, do you feel like the creator of the work or more like a medium? (3:11)


B5: Yoko Ono, you were born into a rich, aristocratic family in Tokyo. Do you see that in yourself? (2:12)


B6: Max Ernst, this is the first time in 25 years that you’ve returned to your old home town, to the cathedral in Cologne, right? (2:04)

 

 

A2 John Cage, I’ve been told to ask you the following question: Where are you going?

A3 Hubert Fichte, your journey through life has been full of twists and turns. Please tell us when and where this journey began!

A6 Lady Gaga, you once said in an interview that you write music for the fashion industry. Is fashion as important to you as music?

B1 Ernst Jandl, what are your plans for language: revolution, reform, revolt?